Turn- und Sportverein 1863 Wöllstein e.V.

Diesmal (fast) ohne Helene

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Von Jonas Hermann

UMZUG Etwa 300 Besucher in Wöllstein / Ein Hit lief die ganze Zeit – und es war nicht „Atemlos“

WÖLLSTEIN - Warmer Wind statt kalter Wind – Narrentreiben statt leerer Straßen. Nachdem vergangenes Jahr auch in Wöllstein der Fastnachtsumzug wegen Sturmwarnungen abgesagt worden war, zeigte sich Petrus diesmal gnädig. Mit 25 Wagen und mehr als 600 Teilnehmern feierte Wöllstein bei angenehmen Temperaturen die Fastnacht. „Hier sind zwischen 3000 und 4000 Zuschauer“, sagte Zugleiter Andreas Poh, der sehr zufrieden mit dem Umzug war.

Große Wagen, große Lautsprecher

Genau wie auch am Sonntag in Alzey, war es ein Umzug, der teilweise an die Loveparade erinnerte: Viele große Wagen mit riesigen Lautsprechern, die Bierzelt-Techno in die Menge spielten. Bei den jungen Gästen kam das an. Mittanzen und Mitsingen war angesagt. Für entsprechende Kalorien und Flüssigkeitszufuhr sorgten Zugteilnehmer, die massenweise Süßes und Popcorn springen ließen. Ortsbürgermeistern Lucia Müller fuhr im silberfarbenen Cabrio an der Zugspitze und schenkte Wöllsteiner Wein und Traubensaft aus.

Dazwischen hieß es immer wieder „Däpp, Däpp, Däpp, Johnny, Johnny Däpp!“ An dem Ballermann-Hit von Lorenz Büffel kommt dieses Jahr an Fastnacht keiner vorbei. „Johnny Däpp“ ist das neue „Atemlos“. Die Helene-Fischer-Hymne war nur einmal am Endes Zuges zu hören – und das, obwohl Helene Fischer in Wöllstein aufgewachsen ist.

Lorenz Büffels Hit passte aber besser zu den zahlreichen Wagen mit sehr junger Besatzung und schallte natürlich auch aus den Boxen des Wagens des Jugendclubs Wolfsheim, der für seine Techno-Party bekannt ist. Aus dem Bundestag bekannt ist Abgeordneter Marcus Held (SPD), der per Mikrofon vom Oppenheimer Wagen herab grüßte.

Seit elf Jahren mit dabei ist „The Project“ aus Wöllstein. Die Gruppe besteht aus 92 jungen Leuten, gestaltet jedes Jahr einen aufwendigen Motivwagen und war diesmal in „Star Wars“-Optik unterwegs. Mindestens ebenso auffällig war der große Wagen des „Toxic Teams“ – mit seinem unglaublichen satten Bass und einer feierwütigen Besatzung, die in lila Camouflage-Kleidung gehüllt war. Ein lauter und ausgesprochen junger Zug also, doch das schien kaum jemanden zu stören. Negative Bemerkungen gab es allerdings, weil dieses Mal keine Essenstände aufgebaut waren. „Ich habe extra daheim nichts gegessen – und jetzt gibt es hier gar nichts“, sagte Friedrich Löb. In den Vorjahren habe es immer Bratwurst, Schoppen und Glühwein gegeben. Im Warmhaltebecher, der um seinen Hals baumelte, war zwar Glühwein – allerdings italienischer Glühwein, den er sich aus einer Eisdiele organisiert hatte.

 

Quelle: http://www.allgemeine-zeitung.de/lokales/alzey/vg-woellstein/woellstein/diesmal-fast-ohne-helene_17712950.htm

 

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